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Stürze vermeiden in der Winterzeit

Bild: Vorsicht Glatteis!

Vorsicht Glatteis!

Mit dem Einsetzen der kalten Jahreszeit und der damit verbundenen Schnee- und Eisglätte steigt die Zahl der Knochenbrüche dramatisch an.

Manch einer traut sich kaum mehr vor die Tür, aus Angst vor einem Sturz. Selbst kürzere Wege werden so zum täglichen Nervenkitzel: Und das ist berechtigt: ein Sturz bei widrigem Winterwetter kann schlimme Verletzungen zur Folge haben. In solchen Zeiten müssen deutschlandweit die Orthopäden und Chirurgen in Sonderschichten arbeiten.

Viele unterschätzen schlichtweg das Risiko, bei Schnee- und Eisglätte unterwegs zu sein. Besonders gefährdet sind hierbei ältere Mitbürger. In Deutschland stürzen rund  30 Prozent der Männer und Frauen über 65 mindestens ein Mal im Jahr. In den höheren Altersklassen nimmt das Sturzrisiko exponentiell zu.

Bei Senioren kommt der Oberschenkelhalsbruch besonders häufig vor – in Deutschland über 100.000 Mal pro Jahr. Oft bedeutet ein Oberschenkelhalsbruch für viele Patienten das Ende der Unabhängigkeit und Mobilität.

Das ältere Menschen besonders sturzgefährdet sind, hat mehrere Gründe:

  • Die Sehkraft lässt nach, so dass Stolper- oder Rutschfallen zu spät erkannt werden.
  • Das Gleichgewichtsempfinden wird schwächer, die Muskulatur bildet sich zurück.
  • Gelenkverschleiß schränkt die Beweglichkeit ein.
  • Die Reaktionsfähigkeit verlangsamt sich, Ausweichen und Ausgleichen funktioniert nicht mehr so zuverlässig wie früher. Der Gang erfordert mehr Konzentration und wird noch unsicherer.

Wie kann man sich helfen? Hier einige Tipps vom ADR:

  • Das Wichtigste ist körperliche Fitness, das ist der beste Schutz vor Stürzen. Eine gute Muskulatur und Gelenkigkeit helfen, beim Straucheln wieder Tritt zu fassen. Eine gute Reaktionsfähigkeit und Koordination hilft, sich beim Sturz abzustützen und abzurollen. Und auch die Balancierfähigkeit lässt sich in fortgeschrittenem Alter noch gut trainieren.

Informieren Sie sich doch mal bei Ihrer Krankenkasse oder bei den Sportvereinen über Senioren-Angebote und Kurse. Solche Kurse sind gut und oft kostenlos!

Darüber hinaus gibt es empfehlenswerte Hilfsmittel:

  • Hüftprotektoren – Hosen mit integriertem Aufprallschutz, die in Sanitätshäusern und Apotheken erhältlich sind – können bei einem Sturz das Risiko eines Knochenbruches deutlich reduzieren. Die Sturzenergie wird vom Oberschenkelhalsknochen weg in das umliegende Weichteilgewebe geleitet, die Aufprallfläche durch die Protektor-Schalen vergrößert und die Sturzenergie von den Polstern absorbiert.
  • Wenn das dicke und raue Profil des Winterstiefels nicht ausreichend Halt auf rutschigem Untergrund gibt, kann ein spezieller Gleitschutz die Sicherheit erhöhen. Zum Beispiel Schuh-Schneeketten, bei denen metallene Kettenglieder mit breiten Gummibändern am Schuh gehalten werden.
  • Auch Hartgummi-Sohlen mit Spikes bewahren vor riskanten Ausrutschern. Sie werden im Handumdrehen über den Winterstiefel gezogen. Im Handel sind zudem Modelle für einen Fersengleitschutz, der mit praktischem Klettverschluss am Fußgelenk befestigt wird. Er verhindert, dass der Fuß beim Auftreten nach vorn rutscht.
  • Für Gehstöcke gibt es ebenfalls Dornen, rutschhemmende Gummimuffen und sogar klappbare Schneepickel im Handel. Ein winterfester Gehstock ist bei Winterwetter auf jeden Fall einem Rollator vorzuziehen, denn dieser ist nicht für Schnee und Eis ausgelegt. Mit seinen relativ kleinen, harten Reifen und dem geringen Gewicht fährt er sich leicht im Schnee fest, und auf Eis rutscht er weg.

Aber Vorsicht:
Auf schierem Eis hilft der Rutsch-Schutz unter den Füßen nur eingeschränkt.
Und im Haus kann er auf glatten Böden (beispielsweise bei Fliesen oder Parkett) gefährlich werden. Wer nach dem heil überstandenen Winterspaziergang im Café einkehrt, sollte daher tunlichst am Eingang sein Schutzgerät von den Füßen nehmen. Und vor dem Verlassen natürlich wieder anlegen.

Unabhängig von der Wetterlage – die Hände sollten auf keinen Fall in den Taschen stecken, sondern für den Fall des Falles frei zum Abstützen sein.

Letztlich gilt: Wer nicht gut zu Fuß ist und aufgrund der Wetterlage auch das Auto nicht benutzen kann, sollte besser zu Hause bleiben.